Verfahren gegen die Staatliche Hochschule für Bildende Künste (Städelschule) Frankfurt


 

Die Klage wurde am am 29.11.2007 eingereicht und am 13.12.2007 begründet.
Die Klageerwiderung der Städelschule kam 28.1.08
Dadurch erfuhr ich zum ersten Mal, dass ich die Mappe nochmals vorlegen sollte.
Antwort des Anwalts an das Gericht mit Hinweis, dass keine Aufforderung eingegangen ist.
Es passiert monatelang nichts. Dann kam 14 Monate nach dem Ablehnungsbescheid der erste Gerichtstermin, am 27.8.2008.
Als juristischer Laie war ich total überrascht, dass aus meiner Klage plötzlich eine Untätigkeitsklage wurde. Der Jurist der Stadt Frankfurt erklärte, dass es ohne Mappe keine Begründung geben würde, da ja keine Aufzeichnungen existieren.
Nach langem Sträuben willigte ich doch ein, meine Mappe die zu der Zeit bei der UdK lag, nochmals abzugeben.
Das war ein Fehler , denn ein Nicken bei Gericht ist eine Einigung und die kostet 358,19€.
Am 1.9.2008 gab ich also die Mappe nochmals ab.
Das sieht so aus, als würde sich ein Komitee erneut mit den Arbeiten beschäftigen, aber jeder erwachsene Mensch weiss,
dass es nur darum geht, eine Ablehnung wasserdichter zu begründen. Alles andere wäre ja ein nachträgliches Eingeständnis
der Willkür, denn wie will man wirklich begründen, woher plötzlich meine künstlerische Begabung kommt.
Na gut, vielleicht ist wirklich inzwischen ein höheres Wesen gekommen und hat mir befohlen: Linke obere Ecke...
Schön langsam, damit die Zeit auch verstreicht und das nächste Semester schon begonnen hat, kam dann am 28.10.08 die
erwartete erneute  Ablehnung.
Auch sie beruht auf keinerlei Bewertungssystem ,  wie vom VGH München am 29.3.2007 gefordert ( Az.: M 3 E 06.3729 ).
Es geht weiter den juristischen Weg. Klageeinreichung und Begründung am 16.1.09 mit Nachtrag am 12.4.09
Und dann passiert nichts mehr, bis es am 14.7.2010 ( nach 18 Monaten !! ) zu einem Termin kommt.
Vier Juristen sind angetreten, um mich, die alte Gefahr ( inzwischen 63 Jahre !! ) , abzuwehren.

Hier das Urteil

Was bisher aussah wie der einsame Kampf eines verbitterten Alten wird durch dieses Urteil gültig für die Allgemeinheit. Nicht die Diskriminierung wurde abgeurteilt, sondern das ganze Aufnahmeverfahren. Nicht eine Person wird willkürlich behandelt, sondern alle Studienbewerber.
Diese Willkür hat an der Städelschule eine lange Tradition. Das zeigt das Urteil vom 17.4.1991 AZ v/3 E 2911/89
 Auch in diesem Urteil wird von schweren Verfahrensfehlern gesprochen. Das hinderte die Städelschule aber nicht daran, es zu ignorieren und einfach so weiter zu machen  wie bisher.
Die Erklärung kann nur sein, dass sie sich von der Aufsichtsbehörde gedeckt weiss, nach dem Motto: " Was schert mich das Geschwätz eines Gerichts."
Würde das eine Firma machen, wäre das Wehklagen in unseren Medien gross......
Es gab sicher noch weitere Urteile, die mir aber nicht bekannt sind. Wenn ich Kenntnis davon bekomme, erscheinen sie hier.

Was auffällt ist, dass bei beiden Aufnahmeverfahren nur ein Teil der Studenten eines Jahrgangs genommen wurden.
Wenn eine Schule 120 Studenten hat, die fünf Jahre studieren, so ist die Jahrgangsstärke ungefähr 24.
Wenn als 1989 14 Studenten und 2007 12 Studenten genommen wurden, müsste die Schule bald bei 60-70 Studenten angekommen sein.
Ist sie aber nicht. Also gibt es andere Wege zum Studium. Die beschreibt auch der Prorektor im Buch "kunst lehre
n teaching art " auf Seite 129.
Leider fragt keiner danach.

Wie geht es weiter ?
Entweder hat das VG Frankfurt ein sinnfreies Urteil produziert , oder die Städelschule ignoriert  das Urteil. Business as usual.

Da es keinerlei Aktivität seitens der Städelschule gab , habe ich am 13.8.2010 erneut meine Zulassung angemahnt, basierend auf einem der anderen Verfahren
Das hielt der Verwaltungsdirektor für eine Zumutung und wollte mir den Kontakt ohne Anwalt verbieten.
Dann erinnerte sich die Hochschule, die 479 Tage benötigte um eine Ablehnung zu begründen, an Fristen und lehnte die Erneuerung der Bewerbung ab
Deshalb meine Antwort darauf.

Die wundersame Vermehrung der Studenten.