Fremdenfeindlichkeit


Wenn man darauf hinweist, dass 70% der Städelstudenten Ausländer sind, kann man schnell in den Ruch des Ausländerfeindes kommen. Das ist mir bewusst, aber keine Sorge, denn ich glaube, das Gegenteil beweisen zu können.
Ich habe in meinem Beruf als Flugkapitän bestimmt die Hälfte meines Berufslebens im Ausland verbracht, habe mit Dutzenden von Nationalitäten an Bord und am Boden gerne zusammengearbeitet. Manchmal war ich der einzige Deutsche an Bord und hatte keine Probleme damit.
Wer die website meiner Band NEFES besucht, konnte dort das Konzept schon in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts lesen und das Logo gegen Fremdenfeindlichkeit sehen. Ich empfehle dort auch einen Blick auf die Presseseite.
Dass ich Suling-Unterricht in Bali, karnatischen Flöten-Unterricht in Chennai und Shakuhachi-Unterricht nehme, weiss jeder, der mich kennt.
Seit etwa 20 Jahren bin ich Mitglied in der Deutsch-Indischen Gesellschaft Frankfurt-Darmstadt und zehn Jahre lang war ich es in der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Frankfurt.
Wenn ich fremdenfeindlich bin, habe ich es wohl gut getarnt.

Wenn etwas von der statistischen Wahrscheinlichkeit abweicht, hat das Ursachen, die man untersuchen sollte.

Wenn ein Gewerkschaftssekretär feststellt, dass eine Reinigungsfirma zu 90% Rumänen beschäftigt, wird ihm niemand Fremdenfeindlichkeit unterstellen, im Gegenteil, denn er stellt wahrscheinlich fest, dass die Arbeitsbedingungen bei diesem Unternehmen so schlecht sind, dass sich nur Rumänen dafür ausnutzen lassen.

Das LAG Berlin-Brandenburg hat im Urteil vom 26.11.2008 ( 16 Sa 517/08 ) festgestellt, dass eine Diskriminierung mittels einer statistischen Wahrscheinlichkeitsrechnung bewiesen werden kann.

Die NIPD benutzt die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Weichen die Mengenverhältnisse zwischen mütterlicher und kindlicher Erbsubstanz in einer Blutprobe vom Normalwert ab, ist das ein Alarmzeichen, das weitere Untersuchungen erfordert.

Der statistische Wert der ausländischen Studenten in Deutschland betragt ca 11%. Wenn die Anzahl der ausländischen Studenten an der Städelschule das Siebenfache des Durchschnitts beträgt, sollte man die Frage stellen, warum das so ist. Sicher kann es mehrere Gründe dafür geben, aber alle sollte man belegen können.
In der Architekturklasse gibt es 2013 nur eine deutsche Studentin ( von 40-50).

Meiner Meinung nach ist die hohe Ausländerquote ein Indiz für Willkür beim Auswahlverfahren, da ich  annehme, dass weder die Zahl noch die Begabung ein Siebenfaches der inländischen Bewerber beträgt.

Für mich hat Fremdenfeindlichkeit eine andere Bedeutung:
Ich habe etwa 300 mal die Erde umrundet und dabei festgestellt, dass es vielfältige Kulturen und Mentalitäten gibt.  Versuchen Sie mal diese  bei den Arbeiten der Städelstudenten zu entdecken. Versuchen Sie auch zu entdecken, wie sich die Arbeiten der Professoren durch den Umgang mit diesen Studenten verändert hat, wo ein Austausch stattgefunden hat.
Wenn Sie es herausgefunden haben, können wir über Fremdenfeindlichkeit oder Kulturimperialismus diskutieren.

Die Angst vor Fremdenfeindlichkeit sollte auch etwas relativiert werden, seit der Landesrechnungshof Baden Württemberg 2013 festgestellt hat, dass der Ausländeranteil an den Musikhochschulen des Landes zu hoch ist und für sie Studiengebühren fordert.